Der Volksaufstand in Ungarn 1956

Der Volksaufstand in Ungarn 1956

Situation in Ungarn vor dem 23. Oktober 1956

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Ungarn von Truppen der Sowjetunion besetzt und ein stalinistischer Satellitenstaat der Sowjetunion errichtet worden. Das Regime war geprägt von politischem Terror, Zwangskollektivierung der Landwirtschaft, wirtschaftlichen Problemen und einer massiven sowjetischen Aufsicht. Nach dem Tod des sowjetischen Diktators Josef Stalin 1953 wurde kurzzeitig der Reformpolitiker Imre Nagy Ministerpräsident. Nach seiner Entmachtung wurde der sowjetisch-kommunistische Weg Ungarns weitergeführt.

Der aufgestaute Unmut über die politische Unterdrückung, die wirtschaftliche Krise und der Wunsch nach nationaler Unabhängigkeit führten im Oktober 1956 zu friedlichen Studentenprotesten in Budapest. Daraus entwickelte sich ein landesweiter Volksaufstand gegen das kommunistische Regime.

23.10.1956

Tausende Menschen, vor allem Studentinnen und Studenten, demonstrieren auf dem József Bem-Platz in Budapest für die Einführung eines Mehr­parteien­systems, die Durchführung freier Wahlen und die Wiedereinsetzung von Imre Nagy. (Foto: © fortepan/Ungarisches Kulturinstitut Warschau-Stiftung Musik)

24.10.1956

Angehörige der Geheimpolizei (ÁVH) eröffnen das Feuer auf die Protestierenden und töten zahlreiche Menschen. Demonstranten bewaffnen sich.
(Foto: © fortepan/Album023)

25.10.1956

Schwere Kämpfe zwischen den Angehörigen der Geheimpolizei und den Aufständischen.
(Foto: © fortepan/Album079)

26.10.1956

Massaker in Mosonmagyaróvár mit über 60 Toten.
(© fortepan/ETH Zürich)

27.10.1956

Imre Nagy, seit dem 24.10.1956 Ministerpräsident, bildet auch mit Nichtkommunisten eine neue Regierung.
(© fortepan/Album023)

28.10.1956

Vorübergehender Rückzug sowjetischer Truppen aus Budapest. (© fortepan/Thomas Kieselbach)

29.10.1956

Weiterhin Kämpfe zwischen Aufständischen und ÁHV-Leuten in Budapest und anderen ungarischen Städten.
(© fortepan/Alexander Bauer)

30.10.1956

Proteste zur Wiederherstellung der ungarischen Souveränität. (Ruszkik Haza!/Russen nach Hause!)
(© fortepan/Laszlo Virany)

01.11.1956

Imre Nagy kündigt am 30.10.1956 ein Mehrparteiensystem in Ungarn an und erklärt am 1.11.1956 den Austritt aus dem Warschauer Pakt und die Neutralität Ungarns.
(© fortepan/Album023)

02.11.1956

Sowjetische Truppen formieren sich.
(© fortepan/Gyula Nagy)

03.11.1956

Kardinal József Mindszenty flieht in die amerikanische Botschaft – Verhaftung des Verteidigungsministers Pál Maléter. (© fortepan/ETH Zürich)

04.11.1956

Sowjetische Invasion in Ungarn. Schwere Kämpfe dauern bis zum 15.11.1956 an. (© fortepan/Martin Kurutz)

Nov/Dez 1956

In Folge der Niederschlagung der Revolution fliehen rund 200.000 Menschen aus Ungarn in den Westen.
(© fortepan/Nationalarchiv)

Situation nach der Niederschlagung des Volksaufstandes

Nach der blutigen Beendigung des Volksaufstandes durch sowjetische Truppen folgte in Ungarn eine Phase der brutalen Verfolgungswelle gegen Teilnehmende des Aufstandes. Unter dem neuen Machthaber János Kádár wurden Tausende inhaftiert oder hingerichtet, darunter der frühere Ministerpräsident Imre Nagy. In den weiteren Jahrzehnten verblieb eine diktatorisch-kommunistische Herrschaft in Ungarn.