Flucht – Fluchthilfe
Der Weg der Hoffnung und der Tränen
Völlig entkräftet, frierend und teilweise durchnässt erreichten die Flüchtlinge österreichisches Staatsgebiet, das mit kleinen rot-weiß-roten Fahnen gekennzeichnet war.
Zunächst gingen die Behörden davon aus, dass Gendarmerie und Zollwache zur Sicherung der Grenze ausreichen würden. Aber bereits am 24. Oktober erhielt das neugegründete österreichische Bundesheer den Auftrag, Alarmabteilungen aufzustellen, und am 27. Oktober wurden die ersten Bundesheereinheiten an die burgenländisch-ungarische Grenze verlegt. Der Auftrag lautete, bewaffneten ungarischen oder sowjetischen Einheiten, die den Flüchtlingen auf österreichisches Gebiet nachdrangen, entgegenzutreten und Abwehrbereitschaft zu demonstrieren.
Die politische Neutralität wurde erstmals auf die Probe gestellt, diese bestand Österreich bestens. Zudem leisteten Bundesheer, Gendarmen und Zollwache aktive Hilfe bei der Flüchtlingsbetreuung.
An manchen Tagen kamen bis zu 3.000 Flüchtlinge bei Andau zu Fuß, nur das Notwendigste mittragend, über die Grenze. Um die Flüchtlinge vom Einser-Kanal in die Flüchtlingsunterkünfte im rund 11 km entfernten Andau zu bringen, begaben sich örtliche Fuhrwerksbesitzer mit Pferdewägen, Traktoren und Lastwägen, Autobesitzer aus Wien und Umgebung und Militärfahrzeuge an die Grenze.





