Flucht – Fluchthilfe

Die letzte Brücke in die Freiheit –
die Brücke von Andau

Der Weg der Hoffnung und der Tränen

Symbol der Menschlichkeit –
Hilfe in Andau

Nationale und internationale Hilfe und Solidarität

Flüchtlingsschicksale

Genese eines Mythos

Der Weg der Hoffnung und der Tränen

Ungarische Flüchtlinge auf dem Weg in die Freiheit. (© fortepan/Eva Kleyer)

Ungarische Flüchtlinge auf dem Weg in die Freiheit.
(© fortepan/Eva Kleyer)

Die österreichische Exekutive, Gendarmerie, Zollwache und Bundesheer beim Beobachten der Grenze am Einser-Kanal. (© Archiv Landespolizeidirektion Burgenland)

Die österreichische Exekutive, Gendarmerie, Zollwache und Bundesheer beim Beobachten der Grenze am Einser-Kanal.
(© Archiv Landespolizeidirektion Burgenland)

Völlig entkräftet, frierend und teilweise durchnässt erreichten die Flüchtlinge österreichisches Staatsgebiet, das mit kleinen rot-weiß-roten Fahnen gekennzeichnet war.

Zunächst gingen die Behörden davon aus, dass Gendarmerie und Zollwache zur Sicherung der Grenze ausreichen würden. Aber bereits am 24. Oktober erhielt das neugegründete österreichische Bundesheer den Auftrag, Alarmabteilungen aufzustellen, und am 27. Oktober wurden die ersten Bundesheereinheiten an die burgenländisch-ungarische Grenze verlegt. Der Auftrag lautete, bewaffneten ungarischen oder sowjetischen Einheiten, die den Flüchtlingen auf österreichisches Gebiet nachdrangen, entgegenzutreten und Abwehrbereitschaft zu demonstrieren.

Die politische Neutralität wurde erstmals auf die Probe gestellt, diese bestand Österreich bestens. Zudem leisteten Bundesheer, Gendarmen und Zollwache aktive Hilfe bei der Flüchtlingsbetreuung.

An manchen Tagen kamen bis zu 3.000 Flüchtlinge bei Andau zu Fuß, nur das Notwendigste mittragend, über die Grenze. Um die Flüchtlinge vom Einser-Kanal in die Flüchtlingsunterkünfte im rund 11 km entfernten Andau zu bringen, begaben sich örtliche Fuhrwerksbesitzer mit Pferdewägen, Traktoren und Lastwägen, Autobesitzer aus Wien und Umgebung und Militärfahrzeuge an die Grenze.

„[…] Alle sind zu Fuß gekommen, aber nicht nur dort beim Kanal allein, auch beim Hansághof unten sind viele rübergekommen. […]“

St. Horvath, Andau

„[…] Beim ersten Schnee hatten wir gleich die Fahnen gesteckt, um die Grenzen zu kennzeichnen. Die Russen sollten wissen, wo Österreich anfängt. Außerdem war es eine Orientierung für die Flüchtlinge. […]“

L. Somlyay, Andau

„[…] Oft waren sie durchnässt und wenn man sie gesammelt hatte, musste man sie so schnell wie nur möglich in die Ortschaft bringen, damit sie ihre nasse Kleidung wechseln konnten. […]“

Mann, geb. 1919, Andau

„[…] Es war eine arge Nacht. Mit drei Traktoren ist dauernd wer auf- und abgefahren, hat die Leute raufgeführt und wir haben sie auf die größte Not verpflegt. […]“

K. Lang, Andau

„[…] Da auch während der kalten Jahreszeit Flüchtlinge mit Kleinkindern die Grenze passierten, kam es bedauernswerterweise vor, dass zwei Kleinkinder infolge der Strapazen bzw. der strengen Kälte an Erschöpfung starben und bereits tot nach Österreich gebracht wurden. […]“

Postenchronik Andau vom März 1957
Bundeheersoldaten begleiten Flüchtlinge zum nächsten Aufnahmelager. (© fortepan/Peter Isaak)

Bundeheersoldaten begleiten Flüchtlinge zum nächsten Aufnahmelager. (© fortepan/Peter Isaak)

Das Österreichische Bundesheer, im Bild Nikolaus Horvath aus Parndorf, 1956 bei der Grenzsicherung. (© Sammlung Österreichisches Bundesheer)

Das Österreichische Bundesheer, im Bild Nikolaus Horvath aus Parndorf, 1956 bei der Grenzsicherung.
(© Sammlung Österreichisches Bundesheer)

Bericht vom Bild-Telegraf vom 23. November 1956. (© Niederösterreichisches Landesarchiv)

Bericht vom Bild-Telegraf vom 23. November 1956.
(© Niederösterreichisches Landesarchiv)