Flucht – Fluchthilfe
Symbol der Menschlichkeit – Hilfe in Andau
Die Schulzimmer wurden zu Notschlafstellen umfunktioniert. Links: Bürgermeister Lorenz Peck, der später von der Republik Österreich für seine Verdienste um die Flüchtlingsbetreuung gewürdigt wurde. (© Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek)
Junge Flüchtlinge in Andau. (© Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek)
Ende Oktober, die Ortsgendamerie sprach am 28. Oktober von 410 Asylwerberinnen und Asylwerbern, trafen die ersten Flüchtlinge in Andau ein. Spontan wurden diese, nachdem noch keine Hilfsorganisationen vor Ort waren, von der Gemeinde Andau und freiwilligen Helfern versorgt. Man organisierte Unterkünfte und spendete Lebensmittel und Kleidung für die vielfach verzweifelten und dennoch glücklichen Flüchtlinge. Die Bevölkerung, die kurze Zeit zuvor erst durch den Auszug der Besatzungsmächte die volle Souveränität erlangt hatte, hatte zumeist Verständnis für die Flüchtlinge, die vielfach auf eine Welle der Solidarität trafen.
Als in den folgenden Tagen täglich tausende Flüchtlinge in Andau eintrafen, konnte die Gemeinde mit Hilfe des Roten Kreuzes und anderer Hilfsorganisationen die Erstversorgung der Flüchtlinge gewährleisten. Auffang- und Depotlager wurden im Saal des Gasthauses Lidy, wo bis zu 750–800 Personen betreut wurden, in der Volksschule, im Kindergarten, im Feuerwehrhaus, im Zollgebäude Albrechtsfeld und anderen Gemeindeeinrichtungen eingerichtet. Ebenso wurden Flüchtlinge, unter anderen auch Kinder, die von ihren Eltern getrennt worden waren, in Privathäusern untergebracht. In den Auffanglagern wurden die Asylsuchenden rund um die Uhr in Tag- und Nachtschichten betreut. Freiwillige der Hilfsorganisationen aus zahlreichen Ländern und Freiwillige aus Andau kümmerten sich dort um die notwendige Essens-, Kleidungs- und medizinische Versorgung.
In weiterer Folge wurde Andau zu einem Durchgangslager, die Flüchtenden wurden nach ihrer Aufnahme und Registrierung am selben oder am folgenden Tag mit Autobussen in die größeren Lager nach Eisenstadt, Traiskirchen oder anderswo weitertransportiert. Bis zur endgültigen Schließung der österreich-ungarischen Grenze durch den Neuaufbau des Eisernen Vorhanges im März 1957 kamen zwischen 70.000 und 80.000 Menschen bei Andau über die Grenze.
Lagerküche im Hof eines Flüchtlingsquartieres. (© Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek)
Rot-Kreuz-Helferinnen und Gendarm Paul Kohlenberger mit Gattin, die sich der elternlosen ungarischen Flüchtlingskinder annahmen. (© Gemeindearchiv Andau)
Notschlafstellen im Tanzsaal des Gasthauses Lidy.
(© Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek)
Flüchtlinge im Saal. (© Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek)
Ausgabe einer Suppe an einen Flüchtling. (© Archiv der Landespolizeidirektion Burgenland)
30.10.1956: 1.600 kamen an diesem Tag in Andau an. Die Verteilung gestaltete sich schwierig, da zunächst viel zu wenige Teller vorhanden waren. (© Archiv der Landespolizeidirektion Burgenland)









