Flucht – Fluchthilfe

Die letzte Brücke in die Freiheit –
die Brücke von Andau

Der Weg der Hoffnung und der Tränen

Symbol der Menschlichkeit –
Hilfe in Andau

Nationale und internationale Hilfe und Solidarität

Flüchtlingsschicksale

Genese eines Mythos

Nationale und internationale Hilfe und Solidarität

Versorgung von Kleinkindern. (© Burgenländisches Landesarchiv)

Versorgung von Kleinkindern. (© Burgenländisches Landesarchiv)

Freiwillige Helferinnen bei der Ausgabe von Kleidungsstücken. (© Burgenländisches Landesarchiv)

Freiwillige Helferinnen bei der Ausgabe von Kleidungsstücken. (© Burgenländisches Landesarchiv)

Die Bewältigung des Flüchtlingsstromes war für das Burgenland und die Republik Österreich eine hohe logistische Herausforderung, auf die man in keiner Weise vorbereitet war. Erste Maßnahmen im Burgenland sahen zunächst die Aufnahme von 6.000 Flüchtlingen vor. In weiterer Folge wurden im Burgenland 86 und in Österreich weitere 61 größere und kleinere provisorische Flüchtlingslager eingerichtet. Von dort brachte man die ungarischen Flüchtlinge mit Autobussen und Sonderzügen in zentrale größere Lager wie etwa nach Eisenstadt, in die Beamtensiedlung in der Ignaz-Till-Straße bzw. in die Orangerie des Eisenstädter Schlosses, oder nach Traiskirchen weiter. Das Innenministerium stellte Kasernen für die Unterbringung zur Verfügung, etwa die Stiftskaserne in Wien und Teile der Eisenstädter Kaserne. Kaisersteinbruch wurde zu einem Flüchtlingslager mit Lazarett umfunktioniert.

Mit zunehmendem Flüchtlingsstrom übernahmen die Betreuung der Flüchtlinge in den Lagern verschiedenste Hilfsorganisationen. Eine Schlüsselstellung in der Flüchtlingsbetreuung kam dem Roten Kreuz zu. Zudem waren das Evangelische Hilfswerk, der Malteserorden, Johanniterorden, Rettet das Kind, Caritas, Volkshilfe, Arbeitersamariterbund u.a. intern. Hilfsorganisationen, freiwillige Helferinnen und Helfer aus Europa und Nordamerika bei der Flüchtlingsbetreuung aktiv tätig. Die internationalen Hilfsorganisationen wurden über das UNHCR (Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen) koordiniert.

Etwa 200.000 Menschen flüchteten, die meisten in Richtung Österreich, während des Volksaufstandes aus Ungarn. Dabei suchten insgesamt bis März 1958 180.264 Personen in Österreich um Asyl an. Die österreichische Regierung drängte auf die Aufnahme der Flüchtlinge in anderen Ländern. Bis Ende 1956 reisten etwa 153.000 Personen wieder aus Österreich aus, die meisten in die USA, nach Kanada und nach Großbritannien und andere europäische Staaten. Rund 36.000 wählten schließlich Österreich als ihre neue Heimat.

Aufruf der österreichischen Bundesregierung. (© BF vom 18.11.1956)

Aufruf der österreichischen Bundesregierung.
(© BF vom 18.11.1956)

„[…] Altbürgermeister Peck Lorenz hat die Bevölkerung von Andau, das Rote Kreuz und die Caritas um Hilfe gerufen. […] Später kamen dann Hilfsaktionen aus der ganzen Welt […]“

M. Schwarz, Andau

„[…] Die Flüchtlingshilfe war einzigartig. Verschiedene Organisationen, das Rote Kreuz, die Malteser, die Quäker aus den USA, haben versucht, den Flüchtlingen zu helfen. […] “

Flüchtling, geb. 1920, Eisenstadt

„[…] Ich war ja Oberamtmann und daher Verantwortlicher als Verbindungsmann zu den Hilfsverbänden des deutschen, finnischen und schweizerischen Roten Kreuz und zugleich haben wir versucht, im Rahmen der Gemeinde einen Koordinationsstelle zu sein. […]“

L. Somlyay, Andau

„[…] Die Caritas ersucht die hochw. Herrn Pfarrseelsorger sich der in der Pfarre, bei Verwandten und Bekannten untergebrachten Flüchtlinge anzunehmen. Die Versorgung mit Lebensmitteln und Kleidern soll zunächst nach Möglichkeit aus pfarreigenen Mitteln erfolgen. […]“

Apostol. Administratur Burgenland am 14. 11.1956 an die Pfarrämter

„[…] Wenn das Rote Kreuz mit der Verpflegung nicht nachgekommen ist, dann sind die Flüchtlinge vom Heer verpflegt worden […] Per Funk wurde immer gefragt, ob man einen Jeep oder einen Dodge schicken sollte. Wir haben meistens gesagt, sie sollen gleich einen Dodge schicken, damit sicher alle Platz haben, denn ein paar Meter weiter fanden wir sowieso noch mehr Flüchtlinge. […]“

Bundesheersoldat, geb. 1935, Niederösterreich
Mitglieder von Hilfsorganisationen im Gespräch. (© Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek)

Mitglieder von Hilfsorganisationen im Gespräch. (© Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek)

Flüchtlinge in Andau. (© fortepan/Eva Kleyer)

Flüchtlinge in Andau. (© fortepan/Eva Kleyer)

Autobusse warten in Andau auf den Weitertransport der Flüchtlinge. (© fortepan/Eva Kleyer)

Autobusse warten in Andau auf den Weitertransport der Flüchtlinge. (© fortepan/Eva Kleyer)