Flucht – Fluchthilfe
Genese eines Mythos
Der Aufstand in Ungarn und die darauffolgende massive Flüchtlingswelle rückten die burgenländisch-ungarische Grenze in den Vordergrund des internationalen Interesses. Vor allem die Gemeinde Andau erlangte durch die Hilfslieferungen, die Medienberichte und Politikerbesuche große Aufmerksamkeit.
In den Blickpunkt der nationalen und internationalen Medien rückte die Gemeinde, als die Spitze der österreichischen Bundesregierung zusammen mit dem US-amerikanischen Vizepräsidenten Richard Nixon am 20. Dezember 1956 in Andau eintrafen, um sich über die Lage der ungarischen Flüchtlinge vor Ort zu informieren.
Bereits Ende November 1956 befand sich der US-amerikanische Schriftsteller James A. Michener mit einem Dolmetscher in Andau, um sich über die Situation an der ungarisch-österreichischen Grenze und die Hilfsaktionen zu erkundigen. 1957 erschien sein Roman „The Bridge at Andau“, der die „Brücke von Andau“ literarisch verewigte. James A. Michener schrieb: „Es war vielleicht die unbedeutendste Brücke Europas. Allein die Laune des Schicksals wollte es, dass sie einige Wochen hindurch zu einer der wichtigsten Brücken der Welt wurde.“
Der dritte Teil der Filmserie „Der Bockerer“ mit Karl Merkatz, Alexander Wussow u.a. trägt den Titel „Der Bockerer III – Die Brücke von Andau“. Regisseur Franz Antel behandelt in diesem Spielfilm aus dem Jahr 2000 die Revolution in Ungarn 1956 und die Flüchtlingswelle über die Brücke von Andau und macht dabei auf die Bedeutung der Brücke von Andau aufmerksam.
Die Brücke von Andau war zu diesem Zeitpunkt bereits zum Inbegriff und Mythos von Freiheit und zum Symbol der Menschlichkeit geworden. Die 1956 zerstörte Brücke wurde 1996 als sichtbares Symbol und Erinnerung für Toleranz und Humanität wiederaufgebaut.
US-amerikanischer Vizepräsident Richard Nixon mit einem Flüchtlingskind. (© Archiv der Landespolizeidirektion Burgenland)
Das Gemälde „Nixon at Andau“ vom ungarischen Emigranten und Maler Ferenc Daday zeigt den damaligen US-Vizepräsidenten Richard Nixon bei seinem Besuch in Andau im Dezember 1956. (© Gemeindearchiv Andau)






